Dienstreise-Trends 2020: Unternehmen steigen auf die Bahn um
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Dienstreise-Trends 2020: Unternehmen steigen auf die Bahn um

Benjamin Romberg

Wer muss heute überhaupt noch für den Job ins Flugzeug steigen? In Zeiten von Skype, Zoom, Slack und Co. kann eine Managerin morgens ein Vorstellungsgespräch in München führen, mittags ein Training in Helsinki geben und nachmittags mit einem Kunden in Kapstadt sprechen.

Neben der Zeiteinsparung und dem Effizienzgewinn wird dabei auch die Umwelt geschont und Kosten werden eingespart. Aber stimmt es wirklich, dass Dienstreisen längst überholt sind und bald keine große Rolle mehr spielen? Spendesk hat einen Blick auf die Daten geworfen:

  • Wir haben die Ausgaben von mehr als 1.200 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa untersucht – Ausgaben im Wert von mehr als 150 Millionen Euro.
  • Davon ausgehend haben wir aktuelle Trends für Dienstreisen in drei großen europäischen Märkten analysiert: Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

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Dienstreisen sind beliebter denn je – besonders in Deutschland

Die erste überraschende Erkenntnis: Der persönliche Handschlag und das Zusammensitzen in 3D scheinen irgendwie doch unverzichtbar zu sein. Das Geld für Dienstreisen sitzt locker.

In ganz Europa sind die Ausgaben für Dienstreisen im vergangenen Jahr signifikant gestiegen, aber Deutschland ist mit einer Zunahme der monatlichen Reiseausgaben pro Firma von 44,4% weit vorne. Zum Vergleich: In Großbritannien (+18,2%) und in Frankreich (+12,7%) ist der Anstieg weitaus weniger deutlich zu beobachten.

Business-Travel-Trends_Graph1.Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Warum steigen die Ausgaben für Dienstreisen so steil an, obwohl sie zum einen durch den technologischen Fortschritt scheinbar überflüssig werden und gleichzeitig die Eiskappen schmelzen? Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Klima sei den Unternehmen egal. Doch das stimmt nicht ganz.

Die Anzahl der Zugreisen verdoppelt sich in Deutschland

Es gibt durchaus Hoffnung in Bezug auf das Umweltbewusstsein deutscher Unternehmen. Neben der Zunahme an Ausgaben für Dienstreisen spielt natürlich auch das Transportmittel eine große Rolle – und hier wächst die Vorliebe für Bahnreisen.

In Frankreich und Großbritannien waren Züge schon in den letzten Jahren das beliebteste Transportmittel. Deutschland zog 2019 nach und verzeichnete das erste Jahr, in dem mehr Bahn- als Flugreisen gebucht wurden. Die Anzahl der monatlich gebuchten Zugreisen pro Unternehmen verdoppelte sich im Vergleich zu 2018. Allerdings: Auch die Anzahl der Flüge nahm um 23% zu.

Business-Travel-Trends_Graph2Flugreisen erfreuen sich also immer noch großer Beliebtheit, doch die Bahn legt stark zu und liegt in Deutschland zum ersten Mal vorne.

Airbnb und Uber setzen sich auf Geschäftsreisen nur langsam durch

Die Daten geben auch Aufschluss darüber, inwiefern neuere Anbieter auf dem Reisemarkt von Dienstreisenden genutzt werden.

Was etwa die Wahl der Unterkunft angeht, bevorzugen Geschäftsreisende nach wie vor traditionelle Hotels gegenüber Airbnb – und das in allen Ländern gleichermaßen. In Deutschland ist zwar der stärkste Anstieg von Airbnb-Buchungen zu verzeichnen (+44% von 2018 auf 2019), aber gleichzeitig stieg auch die Zahl der Buchungen traditioneller Hotels um 53,6%. Oft werden für diese Buchungen Online-Plattformen wie Booking.com genutzt.

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Airbnb legt also zu, doch der Abstand zu traditionellen Hotels vergrößert sich weiter.

Ein Blick auf die Transportmittel zeigt: Deutschland ist immer noch das einzige Land, in dem traditionelle Taxidienste mehr genutzt werden als neue Akteure wie Uber.

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Und in der Tat hat Uber es nicht leicht in Deutschland:

Lust auf noch mehr spannende Daten und Fakten rund um Unternehmensausgaben? Laden Sie sich unseren Spend Trends Report herunter.

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Benjamin Romberg

Benjamin Romberg hat zunächst Erfahrung als Journalist im Wirtschaftsressort der Süddeutschen Zeitung gesammelt, bevor er in den Bereich Marketing und PR wechselte. Bei Spendesk kümmert er sich um die redaktionellen Inhalte für den deutschen Blog sowie um die Öffentlichkeitsarbeit.